✦ Auf einen Blick
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1771
Erste Drechslerwerkstatt der Familie Ulbricht
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65+
Jahre Kletterfiguren-Geschichte
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5
Generationen Handwerkskunst
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1
Einziger Hersteller weltweit
01
Von Bergleuten zu Drechslern — die Wurzeln einer außergewöhnlichen Familie
Die Geschichte der Kletterfigur beginnt nicht mit der Figur selbst, sondern mit einer Familie die sich neu erfinden musste. Als der Zinnbergbau im Erzgebirge zum Erliegen kam, waren die Vorfahren der Familie Ulbricht gezwungen, andere Erwerbsquellen zu erschließen. So wurde Samuel Gottlob Ulbricht im Jahr 1771 zum ersten Drechsler der Familie — bis dahin waren die Ulbrichts Bergleute, tief verwurzelt in der rauen Welt des Erzgebirges.
Was als Notlösung begann, wurde zur Berufung. Seiffen — das kleine Spielzeugdorf im sächsischen Erzgebirge — hatte sich seit dem 19. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Zentren der Schnitzkunst und Drechslerei entwickelt. Die Familie Ulbricht war mittendrin.
Um 1880 fertigte August Hermann Ulbricht die ersten „Seiffener Reiterlein" — filigrane Holzfiguren, die von Händlern in alle Welt getragen wurden. Sein Sohn Ewald Ulbricht stellte nach dem Ersten Weltkrieg gekreidete und bemalte Walzenreiter her und produzierte verschiedene Fahrspiele. Generation für Generation verfeinerte die Familie ihr Handwerk — und legte damit den Grundstein für eine Erfindung, die irgendwann die Welt in Staunen versetzen sollte.
1771
Samuel Gottlob Ulbricht eröffnet die erste Drechslerwerkstatt der Familie in Seiffen.
um 1880
August Hermann Ulbricht fertigt die ersten „Seiffener Reiterlein" — international begehrt.
nach 1918
Ewald Ulbricht entwickelt gekreidete und bemalte Walzenreiter sowie verschiedene Fahrspiele.
vor ca. 65 Jahren
Die Familie erfindet die Kletterfigur — der erste Bergsteiger klettert das Seil hinauf. Eine Weltsensation entsteht.
heute
Peter Ulbricht, staatlich geprüfter Handwerksmeister, führt den Betrieb in fünfter Generation — mit über 25 Kletterfiguren-Motiven weltweit.
02
Die Geburt einer Legende
Klaus Ulbricht, der den Familienbetrieb bis 2000 führte, stellte neben Bergmannskapellen vornehmlich eine völlig neuartige Art von Holzfigur her — die Kletterfigur. Vor mehr als 65 Jahren entstand die erste Kletterfigur in der Familie und seit damals wurde das Sortiment ständig weiterentwickelt.
Was auf den ersten Blick wie eine simple Spielidee wirkt, steckt voller handwerklicher Raffinesse. Die Figuren sind in ausgeklügelter Technik mittig an einem Faden befestigt und können an diesem durch mehrmaliges Auseinanderziehen der beiden Schnurenden hochklettern. Die Schnurenden sind mit einer Schlaufe und einer Holzkugel versehen, die verhindern, dass die Figur über das Ziel hinausklettert.
Der erste Bergsteiger kletterte das Seil hinauf — und mit ihm kletterte die Familie in die Weltgeschichte des Spielzeugmachens. Wen wundert es, dass der Bergsteiger bis heute das älteste Modell ist? Im Erzgebirge beginnt alles mit dem Berg.
Schornsteinfeger, Weihnachtsmann, Matrose, Clown, Kletteraffe — die Motive folgten mit den Jahren. Jede neue Figur war ein neues kleines Meisterwerk der Mechanik: nur 6,5 cm groß, ca. 5 Gramm leicht, und doch imstande eine ganze Welt zu bewegen.
03
Das raffinierte Geheimnis — So funktioniert die Magie
Ein sanfter Zug an der kleinen Holzkugel — und die Figur klettert das Seil hinauf. Dieses Prinzip klingt einfach, ist aber das Ergebnis jahrelanger handwerklicher Entwicklung und Präzision.
Der gesamte Mechanismus steckt im Inneren der winzigen 6,5 cm großen Figur. Kein Strom, keine Batterien, keine Elektronik — nur Holz, ein Faden und ein Funktionsprinzip das seit über 65 Jahren in keiner Werkstatt der Welt außer jener in Seiffen beherrscht wird.
Jede Kletterfigur wird vollständig im eigenen Betrieb gefertigt: gedrechselt, bemalt und montiert von Hand. Die Fäden werden präzise gesetzt, die Kugeln gedrechselt, die Figuren dann noch filigran farbig bemalt — ein Prozess der Geduld erfordert und Erfahrung, die sich über Generationen angesammelt hat.
04
Plagiate — und warum das Original immer gewinnt
Der Erfolg der Kletterfigur blieb natürlich nicht unbemerkt. Wie bei vielem gab es auch von den Kletterfiguren in der Vergangenheit Plagiate am Markt — billiger produziert, weniger sorgfältig gefertigt, und aus Materialien, die dem Original nicht das Wasser reichen konnten.
Doch die Plagiate verschwanden so schnell wie sie aufgetaucht waren. Sie erreichten nie die Qualität des Originals. Der Grund liegt auf der Hand: Das Funktionsprinzip der Kletterfigur ist das Ergebnis von Generationen handwerklicher Erfahrung — es lässt sich nicht einfach kopieren.
Manufaktur Ulbricht ist nicht nur der kreative Kopf der Kletterfigur — sondern bis heute der weltweit einzige Hersteller. Jede echte Kletterfigur kommt aus Seiffen. Und nur eine einzige Adresse stellt sie her.
05
Heute — Peter Ulbricht und das lebendige Erbe
Seit fünf Generationen werden bei Manufaktur Ulbricht traditionelle Seiffener Figuren und die weltbekannten Kletterfiguren hergestellt. Heute führt Peter Ulbricht als staatlich geprüfter Handwerksmeister und Mitglied der Handwerkskammer den Betrieb — gemeinsam mit seiner Frau Katrin Ulbricht. Der Betrieb trägt das Gütezeichen „Echt erzgebirgische Handarbeit" — ein Qualitätsversprechen das man sieht, fühlt und hört.
Das Sortiment ist über die Jahrzehnte gewachsen: Bergsteiger, Schornsteinfeger, Matrosen, Clowns, Affen, Katzen, Hasen, Weihnachtsmänner — über 25 verschiedene Motive klettern heute aus der kleinen Werkstatt in Seiffen in die ganze Welt. Nach Japan, in die USA, nach Australien, durch ganz Europa.
Ein Zug an der kleinen Kugel — und die Figur klettert das Seil hinauf. Seit über 65 Jahren fasziniert dieser Moment Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
Bergmannsweg 15 · 09548 Kurort Seiffen · Erzgebirge · Deutschland
Manufaktur Ulbricht — die Heimat der Original-Kletterfigur.